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27.02.2023

Pankows Bezirkssozialstadträtin Dr. Cordelia Koch besucht neu ausgestatteten Computerraum der Tagesstätte in der Zelterstraße - Digitale Teilhabe für Wohnungslose

Ohne Smartphone, Computer und Internet geht heute fast nichts mehr. Wem die digitale Teilhabe verwehrt wird, der bleibt außen vor. Die Person kann immer seltener mit Ämtern kommunizieren oder den Impfstatus nachweisen, kann sich schlecht informieren und inzwischen nicht mal mehr den Berlinpass aktivieren, der Menschen mit geringem Einkommen eigentlich kulturelle und soziale Teilhabe ermöglichen soll. Denn das geht nur noch über einen QR-Code, den man mit einem Smartphone scannt.

Hohe Nachfrage
Damit digitale Teilhabe auch für Menschen in prekären Lagen möglich ist, stellt die Tagesstätte für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen im Sozialprojekt Prenzlauer Berg neben Essen, Duschen und Postfächern auch einen gut ausgestatteten Computerraum für die Gäste zur Verfügung. Dank Sachspenden der Firma Second IT Store GmbH und einer Geldspende von FRank Zander gibt es seit dem letzten Jahr sieben neuere Rechner mit neuerem Betriebssystem, drei Laptops, die mit neuen Headsets auch im Aufenthaltsraum genutzt werden können, Smartphones zum Verschenken und vor allem eine stabile Internetverbindung. Das neue Angebot wird bereits sehr rege genutzt – rund 400 Mal pro Monat. Zudem können die Gäste ihre Mobiltelefone in der Tagesstätte aufladen.

Die Erneuerung der digitalen Angebote in der Tagesstätte ist aber nicht nur mithilfe verschiedener Geld- und Sachspenden möglich gewesen, sondern vor allem auch dank der großen Beharrlichkeit der Leiterin des Sozialprojekts Prenzlauer Berg, Simona Barack, und der Zeitspenden zahlricher Engagierter.

Smartphone zentral für Zugang zum Hilfesystem
„Digitale Teilhabe ist eine Grundvoraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe“, betont Simona Barack. In der Corona-Pandemie sei dies noch einmal besonders deutlich geworden. Smartphones seien das „zentrale Mittel für den Zugang zum Hilfesystem“. Gleichzeitig habe eine Studie der Universität der Künste gezeigt, dass obdachlose und wohnungslose Menschen ihre Handys deutlich häufiger verlieren als andere Bevölkerungsgruppen – auch weil sie auf der Straße eher kaputt gehen, gestohlen oder auch versetzt werden.

Dass eine Tagesstätte in Berlin ein Angebot wie dieses bereitstellt, ist eine Besonderheit. Grund genug für Pankows Bezirkssozialstadträtin Dr. Cordelia Koch mit zwei Fachmitarbeiterinnen dem neu ausgestatteten Computerraum am 22. Februar einen Besuch abzustatten. Mit Simona Barack und dem Geschäftsführer von Beratung + Leben, Andreas Mende, sprach sie darüber, wie innovative Arbeit in der Wohnungslosenhilfe besser und weniger bürokratischen gefördert werden kann.

Weitere Spenden und Förderungen sind notwendig, um die Gäste der Tagesstätte jetzt auch im Umgang mit den Computern zu schulen. Dann können sie ihre Anträge bei den Ämtern selbst stellen und mehr Eigenverantwortung übernehmen.



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